Bereits im vergangenen Jahr hatte Jörg eine Seekajaktour rund Møn in Dänemark angeboten, die aufgrund ungünstiger Wetterprognose aber kurzfristig abgesagt werden musste. In diesem Jahr wollten wir es noch einmal versuchen. Ein paar Tage vor der Tour waren wieder 5 bis 6 Bft für die ersten vier bis fünf Tage angesagt – über der Insel schien ein böser Fluch zu liegen. Jörg, Petra und Volker vom HKC sowie Anja und Norbert vom befreundeten Kanuverein Gützkow entschieden dennoch, die Reise anzutreten und vor Ort zu schauen, was geht.
Nach Aufbau der Zelte am Møn Strandcamping in Ulvshale und Baden in der Ostsee wurde dann der Plan gefasst, am nächsten Tag streckenweise gegen den Wind, aber nah am schützenden Ufer nach Nyord zu paddeln. Für die gut 10 km brauchten wir bei 5 bis 6, in Böen 8 Bft viereinhalb Stunden. Belohnt wurden wir durch eine große Zeltwiese direkt am idyllischen Hafen, Kaffee und Kuchen bei herrlichem Sonnenschein und einem Abendspaziergang vorbei am einsamen Lotsenhäuschen.



Weiter ging es mit kräftigem Schiebewind, aber stetig zunehmendem Nieselregen über die Stege Bugt nach Stege, dem Hauptort von Møn, wo wir bereits klitschnass die Kajaks auf Bootswagen zum Zeltplatz zogen. Da für den nächsten Tag nicht nur kräftiger Wind, sondern auch heftige Regenschauer angesagt waren, legten wir einen Hafentag ein, der uns ausreichend Zeit gab, das hübsche Städtchen und den trotz des Regens stattfindenden Loppemarked zu erkunden. Abends gönnten wir uns ein leckeres Essen mit lokalem Bier im schicken Det Gamle Bryghus.


Ein kurzer Spaziergang zum Meer sagte uns am nächsten Morgen, dass wir angesichts der Schaumkronen einen weiteren Landtag einlegen sollten. Wir nutzten die Gelegenheit, die Boote per Auto wieder nach Ulvshale zu bringen, um von dort Richtung Osten Kurs auf die Kreidefelsen zu nehmen. So gelangten wir am Donnerstag bei deutlich ruhigerem Wetter nach Pomlerende, wo wir die Boote am Strand ließen und die Ausrüstung steile Stufen hinauf zum angeblich ältesten Campingplatz Dänemarks schleppten – einem Idyll mitten im Wald mit (gepflegten) Plumpsklos, fließend Wasser, Waschschüsseln und Außenduschen an der Steilküste mit Blick über das Meer bis nach Sjælland (Seeland) und Schweden.



Am letzten Tag konnten wir dann endlich die Kreidefelsen von Møns Klint, für die die Insel bekannt ist, vom Wasser aus bewundern. Am Ziel in Klintholm Havn machten wir noch eine kurze Hafenrundfahrt zwischen Segelbooten und Windparkversorgern, um schließlich am Strand anzulanden. Anja und Norbert machten sich auf den Weg zur Fähre nach Rostock, während wir HKCler ob der längeren Reise noch eine Nacht auf einem Shelterplatz verbrachten und den lauen Sommerabend im Klap Hesten im Hafen ausklingen ließen.
Rund Møn (im Wortsinn) haben wir es aufgrund des Wetters nicht ganz geschafft, dennoch war es eine tolle Tour – herzlichen Dank an alle Beteiligten!
Volker Ahlers





